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PE SKW sollten sich ihrer Schnittstellen- Inkontinenz assoziiert ist. In pflegeri- Rhythmisierung der Miktion eingeübt
funktion bewusst sein und zwischen schen Beratungsgesprächen sollten wird, unterstützen die Kontrolle über
Patientin und medizinisch-therapeuti- diese Zusammenhänge klar erläutert das Blasenverhalten und können insbe-
schem Team vermitteln. Sie identifizie- und individuelle präventive Maßnah- sondere im Vorfeld sexueller Aktivitä-
ren frühzeitig Unterstützungsbedarfe, men angeregt werden. ten die Sicherheit und das Selbstver-
leiten betroffene Frauen an die zustän- trauen der Betroffenen stärken.
digen ärztlichen Fachdisziplinen weiter Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Außerdem kann die Vermittlung an
und entlasten Patientinnen durch ge- Förderung des Bewusstseins für den Selbsthilfegruppen dazu beitragen,
zielte Beratung, um den Umgang mit engen Zusammenhang zwischen die Betroffenen emotional zu entlasten
den Beschwerden zu erleichtern. Durch sexueller Gesundheit und Kontinenz. und ihnen neue Wege im Umgang mit
ihre Nähe sind sie vertraute und meist Beschwerden wie der unwillkürliche ihrer Erkrankung aufzeigen. Eine regel-
erste Ansprechpartnerinnen. Folglich Urinverlust beim Geschlechtsverkehr mäßige Überprüfung bestehender
sollte das Fachpersonal kontinuierlich bleiben oft aus Scham unerwähnt. Medikation auf inkontinenzfördernde
in fachlichen Kompetenzen sowie im Sexualgesundheit sollte thematisch Wirkstoffe, wie Diuretika oder be-
sensiblen Umgang mit tabubehafteten selbstverständlich in Pflegegespräche stimmte Antidepressiva, ist essenziell,
Themen geschult und weitergebildet integriert werden, um eine Enttabuisie- um mögliche Einflussfaktoren auf die
werden, um dauerhaft die Herausfor- rung zu fördern und Betroffene zu koitale Inkontinenz frühzeitig zu erken-
derungen, die ihr berufliches Umfeld ermutigen, ihre Beschwerden anzu- nen und gemeinsam mit dem ärztli-
mit sich bringt, meistern zu können sprechen (I care Pflege, 2015, S. 122- chen Team geeignete Anpassungen
und handlungsfähig zu bleiben 129). Schwangere sollten frühzeitig vorzunehmen. Ebenso gehört die Bera-
(Schneider; Hampel, 2025, S. A408). über die Bedeutung eines gesunden tung hinsichtlich ergonomischen
Beckenbodens informiert werden, Hebens und Tragens insbesondere für
Präventive Maßnahmen verbunden mit praktischen Hinweisen Frauen in körperlich belastenden Beru-
zu Beckenbodentraining und der Ver- fen zur präventiven Arbeit, um die
Ziel pflegerischer Präventionsarbeit ist meidung schwerer körperlicher Belas- Beckenbodenbelastung und damit
es, gesundheitliche Risiken frühzeitig tung. Dadurch kann sowohl einer allge- auch das Risiko sexueller Inkontinenz-
zu erkennen, Erkrankungen zu verhin- meinen Belastungsinkontinenz als symptomatik zu verringern. Die Imple-
dern oder deren Folgen abzumildern. auch explizit einer koitalen Inkontinenz mentierung des Expertenstandards
PE SKW tragen hierbei wesentlich dazu langfristig vorgebeugt werden. Frauen „Förderung der Harnkontinenz in der
bei, die Entstehung oder Verschlechte- in der Menopause sollten darüber hin- Pflege“ trägt darüber hinaus zur syste-
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rung koitaler Inkontinenz durch geziel- aus auf den Einfluss eines altersbeding- matischen Prävention und frühzeitigen
te Unterstützungsangebote zu verhin- ten Östrogenmangels auf das urogeni- Erkennung auch seltener Inkontinenz-
dern. Ein wesentlicher Ansatzpunkt tale Gewebe und damit auf die Konti- formen wie der koitalen Inkontinenz
besteht darin, Risikofaktoren, die zur nenz im sexuellen Kontext frühzeitig innerhalb einer Einrichtung bei.
Entstehung einer koitalen Inkontinenz hingewiesen werden. Schließlich sollte indikationsspezifisch
beitragen können, frühzeitig zu erken- auf besondere Risikogruppen einge-
nen und präventives Gesundheitsver- Ergänzend zu den individuellen Bera- gangen werden. Nach gynäkologi-
halten gezielt zu fördern. Hierzu zählt tungs- und Aufklärungsmaßnahmen schen Eingriffen ist es wichtig, betroffe-
insbesondere die Aufklärung über können psychosoziale und verhaltens- ne Frauen frühzeitig über potenzielle
beeinflussbare Faktoren wie Überge- bezogene Präventionsstrategien zum Risiken einer sexuellen Inkontinenz
wicht, schwere körperliche Belastun- Einsatz kommen. Schulungen in Ent- aufzuklären und geeignete physiothe-
gen, chronischem Husten sowie die spannungstechniken, wie beispielswei- rapeutische Rehabilitationsmaßnah-
Auswirkungen von Geburten auf die se der Progressiven Muskelrelaxation, men einzuleiten.
Beckenbodenmuskulatur. Gerade die können helfen, stressinduzierte Drang-
Belastung des Beckenbodens spielt symptomatik zu vermindern, die sich Fazit
eine entscheidende Rolle bei der Ent- auch während sexueller Aktivitäten
wicklung von Belastungsinkontinenz, manifestieren kann. Toiletten- und Bla- Eine erfolgreiche Behandlung erfordert
die wiederum häufig mit koitaler sentrainings, bei denen eine bewusste einen ganzheitlichen, interdisziplinä-
ren Ansatz, bei dem medizinische,
pflegerische, physiotherapeutische,
psychologische und sexualtherapeuti-
sche Maßnahmen eng zusammenar-
beiten. Pflegefachpersonen spielen
dabei eine aktive Rolle, indem sie Pati-
entinnen beraten, motivieren und auf-
klären. Das Thema benötigt weiterhin
Bild: AdobeStock © Vadym Aufmerksamkeit und die Untersu-
intensive Forschung, gesellschaftliche
chung kultureller sowie sozialer Ein-
flussfaktoren. Die professionelle Vorbe-
reitung von Pflegefachpersonen und
Das Thema
10 Nr. 99 · 12/2025 insbesondere PE SKW ist essenziell,

