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dem Sozialen Dienst oder Casemanage- damit verbundenen postoperativen
ment geführt zu haben. Entlassungsmanagement & Komplikationen gemacht, 15 Patienten
Stomamaterial bei Entlassung
kamen nach einer Notoperation zur
Entlassungsmanagement & Anschlussheilbehandlung.
Entlassungstermin 89 Patienten erhielten nach eigenen
Angaben ausreichend Stomahilfsmittel In der Altersgruppe 60-70 Jahre wur-
Der Patient sollte auf die geplante Ent- mit nach Hause, auch das Wochenende den durch die Patienten ausführliche
lassung vorbereitet und der Termin wurde dabei mitberücksichtigt. 9 Pati- Angaben zu pflegerisch benötigten
frühzeitig mit ihm besprochen werden. enten gaben an, zu wenig Stomamate- Hilfen gemacht, weniger zu den Erkran-
Nach der Entlassung aus der Klinik be- rial im Zuge der Entlassung erhalten zu kungen und damit verbundenen Kom-
ginnt für den Stomaträger ein neuer haben, wovon bei 8 Patienten das Wo- plikationen. Hier kamen 12 Patienten
Lebensabschnitt. Er verlässt die sichere chenende nicht mit Stoma Hilfsmitteln nach einer Notoperation zur AHB.
Umgebung, in der er stets eine kontinu- berücksichtigt wurde. Zudem wurden
ierliche Unterstützung hinsichtlich der 5 Patienten ohne Material direkt in die Notwendig pflegerische Hilfen
Stomaversorgung erwarten konnte und Rehaklinik verlegt, bei 4 Patienten gab
muss sich jetzt selbständig zu Hause es kein Wochenende zu berücksichti- Nach der Entlassung aus dem Kranken-
versorgen. Die Stomaversorgung muss gen. haus benötigten 25 Patienten pflegeri-
sich im Alltag bewähren und der Pati- sche Hilfen in folgenden Bereichen:
ent auf seine eigenen Fähigkeiten ver- Entlassungsmanagement/ Körperpflege, Grundpflege sowie beim
trauen (Gruber, 2017, S.101). telefonischer Kontakt Kleiden aufgrund körperlicher Schwä-
che. Zudem wurde Hilfe im Haushalt
Auswertung: Mit 73 Patienten wurde 17 Patienten gaben an 24-48 Stunden (überwiegend von Frauen angegeben),
der Entlassungstermin frühzeitig be- nach der Entlassung einen telefoni- Hilfe bei der Mobilität aufgrund der
sprochen, bei 47 Patienten wurden schen Kontakt aus der Klinik erhalten langen Liegezeit im Krankenhaus, Hilfe
auch die An- und Zugehörigen in die zu haben, bei 82 Patienten gab es kei- bei der enteralen und parenteralen
Entlassungsplanung miteinbezogen. nen telefonischen Kontakt nach der Ernährung sowie Hilfe bei der Stoma-
Bei 25 Patienten wurde kein Entlas- Entlassung. 3 Patienten gaben keine und/oder Wundversorgung angege-
sungstermin besprochen, 5 Patienten Auskunft darüber. ben.
wurden direkt aus dem Krankenhaus
in die Rehaklinik verlegt, im Gesamten In der Altersgruppe 50-60 Jahre wur- Eine Anschlussheilbehandlung ist eine
wurde bei 64 Patienten der besproche- den durch die Patienten ausführliche medizinische Rehabilitationsmaßnah-
ne Entlassungstermin eingehalten. Angaben zu den Erkrankungen und me, die in der Regel unmittelbar nach
Das Thema Nr. 98 · 08/2025 15