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Beratungsprozess                   Information                      wird. Da eine strukturierte Beratung
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            Die Systematik des Beratungsprozesses   Bei einer Information werden Daten,   kann, erscheint es mir im derzeitigen
            kann und sollte nicht in jedem Fall   Fakten, Wissen und Kenntnisse vermit-  prästationären Setting nicht immer nö-
            streng eingehalten werden.         telt und bereitgestellt. Somit werden   tig oder sinnvoll. Jedoch ist es möglich,
            Im Folgenden wird ein allgemeiner   Wissenslücken geschlossen und vor-  den Patienten vor dem Eingriff am Rek-
            Beratungsprozess in 6 Phasen be-   handenes Wissen weiter ausgebaut.   tum über eine eventuelle postoperati-
            schrieben.                         Die Vermittlung von Information hat   ve Stuhlentleerungsstörung eingehend
            Phase 1: Beziehung herstellen - In der   den Charakter einer Auskunft und ist   zu informieren.
            ersten Phase wird eine Beziehung zwi-  ein offenes und unverbindliches Ange-  Bei der präoperativen Information über
            schen Pfleger und Patient aufgebaut.   bot. Vermittelt werden Informationen   LARS kann es durch die Fragen des
            Diese Phase dauert unterschiedlich   mündlich oder schriftlich und sollen für   Patienten zu einer eine spontane Bera-
            lang und wird individuell intensiv ge-  den Patienten verständlich und nach-  tung kommen. Diese kann der Beginn
            staltet. Hier kommt es darauf an, ob   vollziehbar sein. Es können verschiede-  für eine weiter, postoperative, struktu-
            bereits eine Beziehung zwischen dem   ne Medien hierfür eingesetzt werden.   riert und geplante Beratung. In der
            Patienten und der Pflegefachperson   Die zu informierende Person sollte   strukturierten, geplanten Beratung
            besteht oder sie sich zum ersten Mal   aufnahmebereit und interessiert sein.   können die Fragen und Probleme der
            treffen.                           Die Vermittlung von Information kann   Patienten können hier ausführlich be-
            Phase 2: Beratungsbedarf/ -bedürfnis-  als Vorbereitung oder Ergänzung zur   sprochen werden und nach möglichen
            se erfahren - Aufgabe der zweiten Pha-  Beratung oder Schulung gesehen wer-  Lösungen gesucht werden.
            se ist es, dass das Problem definiert   den und ist ein offenes, unverbindli-  Zusammenfassend lässt sich festhalten,
            wird und der Beratungsbedarf und   ches Angebot.                      dass das LARS erhebliche Auswirkun-
            Beratungsbedürfnisse des Patienten                                    gen auf die Lebensqualität der Patien-
            herausgefunden wird. Häufig verber-    Prästationäre Aufnahme und     ten haben kann. Die Aufklärung sollte
            gen sich persönliche Probleme hinter     präoperative Patientenedukation  daher einen höheren Stellenwert bei
            sachlichen Problemen.                                                 Ärzten und Pflegekräften einnehmen.
            Phase 3: Beratungsziele aushandeln –   Um dem Patienten in der Klinik mehr   Patienten haben das Recht auf eine
            Die Pflegefachperson und der Patient   Zeit für die Bewältigung seiner Krank-  transparente und ehrliche Information,
            vereinbaren gemeinsam Ziele, nach-  heit und die Wiedererlangung seiner   wodurch sie sich gedanklich auf mögli-
            dem das Problem definiert wurde. Die   Selbständigkeit zu ermöglichen, kann   che Stuhlentleerungsprobleme nach
                                     ©FgSKW
            Ziele werden nach Möglichkeit konkret   eine prästationäre Aufnahme hilfreich   einer Rektumoperation vorbereiten
            und realistisch formuliert. Es empfiehlt   sein. Für die prä- und postoperative   können und nicht unvorbereitet über-
            sich eine Zielformulierung mit Zwi-  Pflege, sowie für Anleitungen, Schulun-  rascht werden.
            schenzielen, in kleinen Schritten.   gen und Beratungen hat für dieses
            Eine schnelle Problemlösung nicht   Vorgehen Konsequenzen.            Literatur bei Verfasserin.
            immer zu erwarten oder möglich.    Zu einer präoperativen Behandlung
            Phase 4: Lösungen entwickeln - Es   gehört u. a. die Information, Aufklä-
            werden gemeinsam Lösungen für das   rung und Beratung über den Verlauf,
            Problem entwickelt. Es werden Alterna-  der postoperativ zu erwarten ist, soll
            tiven mit Vor- und Nachteilen ausgear-  der Patient aufgeklärt werden.
            beitet und anschließend Handlungs-  Bei der Anlage eines Stomas sollte
            möglichkeiten konzipiert. Es werden   bereits nach der ärztlichen Aufklärung
            durch den Berater Fragen gestellt,   PE SKW involviert sein, um ein Erstge-
            dieser hört zu, stärkt und ermutigt den   spräch und die Stomamarkierung
            Patienten. Bei Bedarf kann der Berater   durchzuführen. Ergebnis eines pflegeri-
            Hintergrundwissen anwenden.        schen, präoperativen Gespräches ist es,
            Phase 5: Beratungsprozess reflektieren   dass der Patient über seine aktuelle               Bild: Barbara Pirzer
            - Es werden konkrete Vereinbarungen   Situation aufgeklärt ist und den weite-
            getroffen und die Lösungen nochmals   ren pflegerischen Verlauf informiert
            wiederholt. Zudem, wird der Patient   wird. Hierbei wird auf seine psychische   Autorin: Barbara Pirzer
            gefragt, ob er mit dem Verlauf und den   Verfassung Rücksicht genommen und   Pflegepreisgewinnerin der FgSKW
            Ergebnissen der Beratung zufrieden ist.   Fragen werden beantwortet. Lt. Erhe-  für das Jahr 2024
            Eine Einschätzung zu der Beratung gibt   bungsbogen der Deutschen Krebsge-  Pflegeexpertin Stoma, Kontinenz und
            der Berater wieder und sollte sich spä-  sellschaft, soll vor dem Ersteingriff über   Wunde
            ter selbst reflektieren.           LARS aufgeklärt werden.            Wundexpertin ICW
            Phase 6: Beratung beenden - Die Bera-                                 Exam. Krankenschwester
            tung wird beendet und dem Patienten     Fazit
            die Möglichkeit aufgezeigt, dass er bei                               Kontakt:
            Bedarf weitere Unterstützung erhalten   Es ist sinnvoll und wichtig, dass der   Klinikum St. Marien Amberg
            kann. Im besten Fall sind beide Seiten   Patient vor dem Ersteingriff am Rektum
            zufrieden.                         über eine eventuelle postoperative   Mail:
                                               Stuhlentleerungsstörung aufgeklärt   pirzer.barbara@klinikum-amberg.de


            Das Thema                                                                              Nr. 99 · 12/2025  25
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